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Not macht erfinderisch

Das Wesen aller Coworking-Spaces ist die Gemeinschaft und der Austausch. Das Miteinander fördert Kreativität und Produktivität und verbessert das Arbeitsklima. Doch was passiert, wenn genau das nicht mehr geht?

Macht verordnetes Social Distancing jetzt das Coworking kaputt? Wie in allen anderen Bereichen auch, bleiben die Coworker kreativ. Und finden Lösungen für das Abstandsproblem. Das zeigen eindrucksvolle Beispiele aus ganz Deutschland.

Nicht jeder hat ein Homeoffice

Die Firma ist geschlossen oder den Mitarbeitern wird Homeoffice verordnet – wir alle verstehen und unterstützen das. Social Distancing rettet Leben. Doch nicht jeder hat ein Homeoffice. Was bleibt in diesem Fall als Ausweichmöglichkeit mit dem geringsten Risiko für meine Umwelt und mich? In Tübingen hat der Coworker Neckar Hub [https://neckar-hub.com/] auf die Krise reagiert und mehrere Popup-Workspaces errichtet. Arbeitnehmer, die derzeit im Homeoffice arbeiten möchten, aber zu Hause nicht die Möglichkeit dazu haben, können ab sofort eigens dafür eingerichtete Arbeitsplätze dort nutzen. In den Workspaces gibt es Schreibtische mit Stühlen, die über den nötigen Mindestabstand voneinander und WLAN verfügen. Devices wie Laptop und Handy müssen mitgebracht werden.

Homeoffice in der Ferienwohnung

Eine ganz besondere Aktion hat sich das cobaas Coworking Space in Preetz [https://www.cobaas.de/sonder-aktion-corona/ ] überlegt. Um Personen, die einen Heimarbeitsplatz nutzen sollen, deren häusliche Situation jedoch keine strukturierte Arbeitsatmosphäre zulässt, einen Arbeitsplatz zu bieten, haben die Inhaber eine Kooperation mit den Ferienwohnungen der „alten Musikschule“ vereinbart. Dort stehen mehrere Home-Office-Plätze als Einzelnutzung in einem Ferienappartement zu Verfügung. Jedes Zimmer ist mit Schreibtisch, Bürodrehstuhl und schnellem WLAN (Glasfaser) ausgestattet und jeder Coworker bekommt einen eigenen Schlüssel. Übernachtung und Besuch ist natürlich nicht erlaubt. Der Preis für das Paket von 20 fortlaufenden Arbeitstagen beträgt 380,-- Euro incl. Umsatzsteuer.

Social-Distancing-Betrieb und Soli-Gutschein

Gott sei Dank sind die Räumlichkeiten in Coworking-Spaces oft groß. Daher kann man hier oft leichter als anderswo eine Social-Distancing-Strategie fahren und die Arbeitsplätze weit voneinander entfernt einrichten. Trotz gemeinsamer Küche und Toilettenbenutzung lässt sich bei Einhaltung der Hygiene-Vorschriften so eine gewisse Sicherheit schaffen. Auch der Heimathafen (Coworking-Space in Wiesbaden)  [Link https://heimathafen-wiesbaden.de/]  nutzt diesen Modus momentan. Weil das zugehörige Café aber schließen musste und diese Einnahmen wegfallen, hat man auch dafür schon eine Überlebensstrategie entwickelt. Der Soli-Gutschein, ein Appell an Stammkunden, wird beworben. Gutschein jetzt kaufen– später genießen. Eine gute Idee und zu Ostern ein schönes Geschenk, dass den Coworkern in der Krise weiterhilft.

Kreativer Schutz

Coworking4You [https://www.facebook.com/coworking4you/] hat unterdessen einen anderen Weg des Infektionsschutzes im Bürobereich gefunden. Kurzerhand wurde ein Staubwandsystem umfunktioniert, um zwei Arbeitsplätze mit einer Trennwand zu versehen. Zwischen Boden und Decke eingeklemmt und mit handelsüblicher Folie versehen, ist es temporär und völlig reversibel, leicht aufzubauen und später sogar zum Beispiel bei Renovierungsarbeiten wiederverwendbar.

Wie ihr seht, sind Coworker nicht so schnell kleinzukriegen. Wie in allen Bereichen des täglichen Lebens müssen jetzt kreative Lösungen her, Wege mit der Krise umzugehen. Wir freuen uns, Beispiele zu finden, die verantwortungsvoll und einfallsreich daran arbeiten, das Coworking am Leben zu erhalten. Wir selbst haben in unseren Räumen glücklicherweise viel Platz und daher auch gute Möglichkeiten ein peinlich genaues Social Distancing einzuhalten. Hygienemaßnahmen gelten bei uns ohnehin schon seit Februar. Auch wir lassen uns deshalb nicht unterkriegen und passen uns den Veränderungen an. Gemeinsam schaffen auch wir Coworker das.

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