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#Wirbleibenzuhause – auch in Zukunft?

Bis Ende Februar war Deutschland ein eher rückständiges Land – zumindest was das flexible und mobile Arbeiten angeht. Homeoffice war immer noch die Ausnahme und Coworking zwar stark auf dem Vormarsch, aber immer noch eher eine Rand-Erscheinung. Mit dem Einsetzen der Corona-Krise hat sich das von einem Tag auf den anderen geändert.

Wie viele Mitarbeiter tatsächlich momentan von zu Hause aus arbeiten, weiß niemand so genau, wir können nur schätzen, dass die Zahl enorm hoch ist. Laut der Mannheimer Corona-Studie könnten es bis zu einem Viertel aller Beschäftigten in Deutschland sein. Das wären bei ca. 45 Mio. Erwerbstätigen mehr als 11 Mio. Menschen, die aktuell im Homeoffice arbeiten.
Plötzlich geht das, was vorher angeblich nie möglich war. Doch was bedeutet das für die Zukunft? Werden wir irgendwann so weiter machen wie vorher oder bleiben Möglichkeiten zurück?

Was muss, das muss

In Situationen wie diesen zeigt sich, was wirklich geht. Laut einer Erhebung von IFG research arbeiteten noch im Sommer 2018 nur 16,6 Prozent der Arbeitnehmer teilweise im Homeoffice, ausschließlich sogar nur 3,8 Prozent. Jetzt ist alles anders. Unternehmen standen vor der Wahl „Arbeit im Homeoffice“ oder „keine Arbeit“. Wie viele es mittlerweile so handhaben, lässt sich nur schätzen. Eine Umfrage des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) vom 5. bis zum 8. März zeigt aber, dass 75,4 Prozent grundsätzlich bereit wären, während der Corona-Krise zu Hause zu arbeiten. Der Rest ist froh, täglich ins Büro zu rennen und wird es vermutlich auch schnellstmöglich wieder tun. Ob wir wollen oder nicht, die Vorteile der Heimarbeit werden momentan erzwungenermaßen transparent.

Zeit ist Geld

Was es so bringt, können jetzt auch Chefs nicht mehr verleugnen. Zeitintensive Meetings werden durch Mails ersetzt, die Fahrzeit zu Terminen fällt weg, weil man diese durch Videokonferenzen substituiert. Zulasten des Arbeitnehmers, aber zugunsten der Chefs, schlägt auch der Wegfall des Flur-Klatsches zu Buche. Ebenso die Tatsache, dass Studien zufolge Arbeitnehmer im Homeoffice oft unentgeltlich länger arbeiten, vielleicht um Pflichtbewusstsein zu zeigen und dem Vertrauensvorschuss gerecht zu werden. Im Idealfall bleiben diese Erkenntnisse hängen und fördern die Entwicklung hin zum Arbeitsplatz 4.0 auch nach der Krise.

Nicht immer der Idealfall

Das klingt erst einmal, als ob die Krise dennoch etwas Gutes im Hinblick auf die Arbeitswelt bewirken könnte. Das wird auch hoffentlich so sein. Allerdings ist auch nicht immer alles Gold, was glänzt. Homeoffice ist nicht gleich Homeoffice und die Voraussetzungen sind längst nicht überall gleich. Nur dann, wenn hinsichtlich der Zufriedenheit der Mitarbeiter und der Sicherheit der Unternehmensdaten usw. alles stimmt, ist Homeoffice ein voller Erfolg und ein Schritt in die richtige Richtung. Nicht jeder ist ein Heimarbeiter. Und nicht jedes Zuhause ist zum Arbeiten der richtige Platz. Wenn der Mitarbeiter es toll findet, allein zu arbeiten, ein ungestörtes Arbeitszimmer hat, wenig Austausch braucht und selbstständig alles koordinieren kann, liegt ihm die Heimarbeit sicher. Bei vielen sind diese Voraussetzungen aber nicht gegeben. Oder Heimarbeit gefällt ihnen einfach nicht. Ein Beispiel aus China zeigt, dass nicht alle damit glücklich werden. Nachdem ein Reiseunternehmen dort gute Erfahrungen mit dem Homeoffice aufweisen konnte, entsandte es alle Arbeitnehmer in die Heimarbeit. Es stellte sich heraus, dass einige der Mitarbeiter regelrecht unter der Einsamkeit litten. Außerdem spielt das Thema Sicherheit in Form von Datenschutz, Zugangssicherheit und Schutz vor Cyberangriffen eine wichtige Rolle. Eine stabile Netzwerkverbindung ist ebenfalls entscheidend, um auf alles zugreifen zu können. Hier stellt sich heraus, dass "Smart Work" nicht immer funktioniert. Wirklich smart ist es nur, wenn die Ausstattung stimmt.

Coworking als neuer „alternativer“ Arbeitsplatz

Wer gerne „Remote“ arbeiten möchte, zuhause aber nicht dauerhaft einen Arbeitsplatz findet, hat auch die Möglichkeit, in einen der über 400 Coworking-Spaces in Deutschland zu gehen und sich dort auf Zeit oder dauerhaft einen Schreibtisch zu mieten. 
Auch wenn viele Spaces im Moment noch wegen der Corona-Krise und den damit verbundenen Kontaktbeschränkungen unter den fernbleibenden Coworkern leiden – das Blatt wird sich sehr bald drehen. Denn Coworking-Spaces bieten die Arbeitsplätze, die viele von uns Zuhause nicht dauerhaft einrichten können. Und sie verbinden den Wunsch nach Remote Work mit dem sozialen Austausch mit anderen Menschen, mit dem Netzwerken, dem gemeinsam Arbeiten. 

Flexibel ist das Zauberwort

Das Virus wird unsere Arbeitswelt in jeden Fall verändern. Die Büchse der Pandora ist offen, die Sache mit dem Homeoffice hat doch ganz gut funktioniert. Die Lösung für die Zukunft wird sein, einen Mittelweg zu finden. Für den einen ist Homeoffice die Ideallösung, der nächste arbeitet gerne an zwei Tagen zu Hause oder auch nur im Büro. An die Seite oder an die Stelle des Homeoffice treten nun endlich die Coworking-Spaces. Der Mix macht’s. 

In Zukunft suchen wir uns einfach aus, wo wir arbeiten. Ganz konkret heißt das, wir erledigen unsere Arbeit vielleicht zukünftig dann, wann es Sinn macht, dort, wo es Sinn macht. Und vor allem so, dass wir uns wohlfühlen. Denn wie man weiß, steigert das immer die Produktivität.

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